Kunstwerk des Mona

Uwe Schloen

4 Seasions - 4-teilig

Blei auf Holz

je 100 x 40 cm

2023

Ich bin Außenseiter. Ich bin auf dem Land geboren. Themen wie die Idylle, die keine ist, Strukturwandel und Verödung in den Dörfern berühren meine eigene Geschichte. Ich kehre auf einer sentimentalen Reise dorthin zurück.

Uwe Schloen

 

Uwe Schloens Kommentare zu seinen eigenen Ausstellungen nehmen keinen Bezug zur Philosophie der Ökologie, doch nähern sich seine Arbeiten der Realität in einer Weise, die den Ansätzen der Tiefenökologie nahekommt. Dadurch beteilig er sich an einer lebhaften Diskussion über die Zerstörung, die durch den nach wie vor präsenten Anthropozentrismus und sein schädliches Bedürfnis, Lebewesen in Hierarchien zu ordnen, vorangetrieben wird.

Uwe Schloen nimmt die Position eines Fürsprechers dieser (scheinbar) stummen Wesen ein. Denn der Künstler versteht den Widerstand der Dinge gegen ihre „Benutzung“, ihre Abneigung, in Kompositionen und Kontexte eingebunden zu werden, die ihnen nicht passen. Seine Werke erheben nicht den Anspruch, lediglich eine ästhetische Funktion zu erfüllen (obwohl sie dies könnten, wenn sie wollten). Sie sind eigensinnig, widerständig und verbittert.

Überzogen von der Patina der vergangenen Zeit. Denn im Sinne der Tiefenökologie ignorieren sie die platonische Hierarchie der Seinsarten, genauer gesagt, sie missachten die Scala naturae (Leiter der Seinsarten). Denn nicht der Mensch (wie Heidegger es formuliert hätte) ist der Begründer des Sinns der Dinge.

Die Reflexion über den Lauf der Zeit, in diesem Fall rückwärts gerichtet, ist die Essenz der Botschaft von Schloens Werk.

 

Adriana Zimnowoda, Kuratorin, 2023

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